25.10.2017 19:00 bis 21:00  

Radien nuklearer Verstrahlung im Erzählraum

Ein Kunstgespräch mit Prof. Dr. Sven Hanuschek und Babylonia Constantinides über ihr Projekt „Schwarze Spiegel“. Im Anschluss Führung durch den Videoparkour.


In ihrem Medienkunstprojekt „Schwarze Spiegel“ hat Babylonia Constantinides das MaximiliansForum zum inszenierten Schauplatz einer atomaren Katastrophe umgestaltet. Ein Videoparkour erweitert die Installation medial. Im Rahmen des Medienkunstprojekts finden zwei Abende mit Kunstgesprächen statt, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten die Zusammenhänge hinter der Arbeit beleuchten, und sie in einen Kontext stellen.

Am 25.10. führen Prof. Dr. Sven Hanuschek und Babylonia Constantinides ein Gespräch zur Entwicklung ihres Kunstprojekts „Schwarze Spiegel“ und den Bezügen, die die Künstlerin aufnimmt und in ihre Arbeit durch Text- und Bildmaterial einfließen lässt.

Als eine wichtige literarische Quelle hat sich für Babylonia Constantinides, die neben ihrem Kunststudium auch Germanistik an der LMU studiert hat, Arno Schmidts Roman "Schwarze Spiegel" aus dem Jahr 1951 gezeigt. In diesem Roman schildert Arno Schmidt die Auswirkungen eines fiktiven 3. Weltkriegs mit Atomwaffen im Jahr 1955 aus Sicht des einzigen Überlebenden. Zugleich hat sich die Künstlerin Constantinides in ihrer Magisterarbeit mit dem Titel "Die Kultur der Spaltung. Radien nuklearer Verstrahlung im Erzählraum" (2016) auf die Erzähltheorie des Films spezialisiert. Diese Auseinandersetzung diente ihr nun als grundlegender "Recherchepool", die sie in „Schwarze Spiegel“ in der Umsetzung einer künstlerischen Medienarbeit weiterführt.

Prof. Dr. Sven Hanuschek ist Publizist und Professor am Institut für deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Fotos: Barbara Hartmann Tumba