19.04.2016 bis 07.01.2017  

z e i g e d e i n e W u n d e 2 0 1 6 / T e i l 1 – 4

Die Markierung des Raumes – Das Environment – Eine Rezeption – Nachhall 20.04.2016 – 08.01.2017


Eine vierteilige Ausstellungsreihe als Reflex auf die Präsentation der Arbeit „Zeige Deine Wunde“ von Joseph Beuys 1976 im MaximiliansForum.


2016 jährt sich die Installation der Arbeit „zeige deine Wunde“ von Joseph Beuys, die 1976 in der Unterführung der Maximiliansstraße / Altstadtring erstmals in München gezeigt wurde, zum 40. Mal. Mit diesem Werk, das zu einer seiner eindringlichsten Installationen zählt, hat sich Beuys nachhaltig in den Ort eingeschrieben. Mit dem folgenden Ankauf der Arbeit durch das Lenbachhaus wurde dessen Sammlungskonzept wesentlich erweitert. Ein Anlass die damalige Situation, ihre Wirkung und Einfluss auf die Kunstszene in München zu thematisieren und die tiefgreifende Frage des Werkes zu aktualisieren.

In der Reihe „zeige deine Wunde 2016“ ist eine jüngere Generation von Künstlerinnen und Künstlern dazu eingeladen, den Ort und diese für München wichtige Arbeit zu reflektieren. Was können ihre Fragen heute individuell wie gesellschaftlich bewirken? Wie kann man den Ort selbst als Anstoß für diese Fragen erlebbar machen, die die Basis unserer Existenz thematisieren?

Die Veranstaltungen der Reihe sind eine Spurensuche nach der Situation der ursprünglichen Arbeit ebenso wie nach ihren informellen Auswirkungen auf den Kunstdiskurs, die Kunstvermittlung und ihren Einfluss auf die konzeptuelle Kunst und ihren Materialumgang bis hinein in die Akademie der Bildenden Künste.

Für Beuys war das Denken ein zentrales Werkzeug um die eigene Wahrnehmen zu qualifizieren und als mündiger Bürger Gesellschaft im Dialog mitzugestalten. Anstoß für ein anderes Denken ist das Kunstwerk, das den Rahmen dafür bildet, um von dort nach außen zu wirken. Diesen Faden soll das Projekt „zeige deine Wunde 2016“ erneut aufgreifen.
(Konzept: Diana Ebster, Maximilian Erbacher und Susanne Pittroff)


z e i g e   d e i n e   W u n d e   2 0 1 6  /
T e i l   1 – Die Markierung des Raumes
Maximilian Erbacher „WE BELIEVE LUXURY IS BEST SERVED IN SMALL QUANTITIES“ (2016)
und Susanne Pittroff „ECHO“ (2016)
21.04. – 26.06.2016

 

20.04.2016, 19 Uhr Vernissage mit Begrüßung durch Stadtrat Dr. Florian Roth in Vertretung des Oberbürgermeisters. Konzert / Performance "Minimal Sauvage" von Andreas O. Hirsch (Köln)

Gastveranstaltung der „OMNIBUS für Direkte Demokratie“ zu Gast im MaximiliansForum.
29.04.2016, 20 Uhr Diskussion „Wunde" mit Johannes Stüttgen.

01.06.2016, 19 Uhr Das geistige Klima – Vorspann: zu den „Aufbauarbeiten“ von „zeige deine Wunde“. Ein Gespräch mit Bernd Klüser (Galerie und Sammlung Klüser) und Julia Lohmann (Künstlerin, Düsseldorf) und anschließend Podiumsgespräch mit Pionier_innen der Kunst- und Kulturszene der 70er Jahre: mit Laszlo Glozer (Kunsthistoriker, Kunstkritiker, Kurator, Hamburg), Bernd Klüser (Galerie und Sammlung Klüser), Julia Lohmann (Künstlerin, Düsseldorf), Matthias Mühling (Lenbachhaus), Sara Rogenhofer (Künstlerin, München) und Rupert Walser (Galerie Walser)
Moderation: Diana Ebster und Maximilian Erbacher

02./04.06.2016 „Der filmische Untergrund“ - Filmreihe im Werkstattkino mit Filmen aus dem Programm des Werkstattkinos in seinem Gründungsjahr 1976
02.06.: 20:30 u. 22:30 Uhr / 04.06.: 18:00 Uhr

15.06.2016, 19 Uhr Konzeptkunst und ihr Material – ein Podiumsgespräch mit Ausstellungsmacher_innen und Künstler_innen. Im Anschluss Death Metal Performance von Malte Struck und Mark Wehrmann (Hamburg)


2016 jährt sich die Ausstellung der Arbeit „zeige deine Wunde“ von Joseph Beuys, die 1976 in der Unterführung der Maximiliansstraße / Altstadtring erstmals in München gezeigt wurde, zum 40. Mal. Aus diesem Anlass veranstaltet das MaximiliansForum die vierteilige der Reihe „zeige deine Wunde 2016“, in der eine jüngere Generation von Künstlerinnen und Künstlern eingeladen ist, den Ort und diese für München wichtige Arbeit zu reflektieren. Teil 1 dieser Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe trägt den Titel „Die Markierung des Raumes“ und beginnt mit jeweils einer installativen Arbeit von Susanne Pittroff und Maximilian Erbacher. In diesem ersten Teil der Reihe liegt der Schwerpunkt auf der Frage nach der unmittelbaren Situation von „zeige deine Wunde“ und ihrer Wirkung.

In ihrer Installation „Echo“ spielt Susanne Pittroff im übertragenen Sinne mit dem Motiv des Echos und bezieht sich auf den konkreten Ort als Zentrum der ursprünglichen Installation von Joseph Beuys. Als Echo bezeichnet man die Reflexion von Schallwellen, die an ihrem Ausgangspunkt wieder wahrgenommen werden. Ein Kreis von an der Decke abgehängten weißen Seilen hält eine Seifenkugel, die damit im Luftraum schwebt. Die weiße Seile spannen sich im Raum, teilen ihn und bündeln sich an einem zentralen Punkt, an dem sie ihr Objekt, eine in Form gegossenen Seife, halten. Die Seifenkugel, die von ihrer Gestalt nicht sehr groß aber von erheblichen Gewicht ist, breitet ihren Duft wellenförmig und je nach Temperatur unterschiedlich im Raum aus. Beim Betrachter stößt die Arbeit ebenso optisch wie sinnlich eigene „Reflexionsräume“ zwischen der Erinnerung an das Projekt von Joseph Beuys, der Wirkung der aktuellen Arbeit und der Wahrnehmung des Raumes der Unterführung an sich an.

Maximilian Erbacher stellt mit seinem künstlerischen Beitrag eine Verbindung zum Außenraum der Unterführung her. Seiner Installation „WE BELIEVE LUXURY IS BEST SERVED IN SMALL QUANTITIES“ ist eine zweiteilige Arbeit, bestehend aus einer Fahne und einer Steinplatte aus Muschelkalk. Die Botschaft, die Fahne und Steinplatte tragen, ist ein Zitat aus dem Jargon einer international operierenden Immobilienbranche, dessen Widerspruch sinnbildlich für die gesellschaftliche Situation zukünftiger Metropolen und Megastädte steht. Die Fahne (380 x 200 cm) markiert den Ort zwischen der Regierung von Oberbayern und dem MaximiliansForum, die Steinplatte (170 x 74 x 3 cm) wird während der Ausstellung an wechselnden Orten in der Maximilianstraße aufgestellt sein. Der für die Steinplatte verwendete Stein, von Erbacher graviert, verweist über den Ort hinaus generell auf die Stadt, denn aus dem selben Material wurden im 19. Jahrhundert unter anderen das neue Münchner Rathaus und einige Isarbrücken gebaut.

Zu sehen ist darüber hinaus im MaximiliansForum eine Projektion einer Serie von Fotografien aus der Sammlung Klüser, in denen Ute Klophaus 1976 die Situation des Aufbaus von „zeige deine Wunde“ in künstlerischer Form dokumentiert hatte.

Zur Eröffnung am 20.04.2016, 19 Uhr begrüßt Stadtrat Dr. Florian Roth in Vertretung des Oberbürgermeisters, und Diana Ebster vom Kulturreferat hält eine Einführung zu der Projektreihe.  Im Anschluss findet die Performance "Minimal Sauvage" des Kölner Künstlers und Musikers Andreas O. Hirsch statt, die das schamaistische Motiv im Werk von Beuys in eigener Form aufgreift.

Zudem finden in Teil 1 der Reihe am 1. und 15. Juni zwei öffentlichen Veranstaltungen statt, die unterschiedliche Aspekte zum Kontext der damaligen Installation der Arbeit „zeige deine Wunde“ von Jospeh Beuys thematisieren und diskutieren. Ebenso findet in Kooperation mit dem Werkstattkino und kuratiert von Maximilian Erbacher eine Filmreihe im Werkstattkino statt, mit Filmen aus dem Programm aus dessen Gründungsjahr 1976.

Mehr Information zu den einzelnen Veranstaltungen jeweils aktuell auf www.maximiliansforum.de


Susanne Pittroff "Echo", Fotos: Barbara Hartmann

Maximilian Erbacher „WE BELIEVE LUXURY IS BEST SERVED IN SMALL QUANTITIES“, Fotos: Barbara Hartmann

Performance "Minimal Sauvage" von Andreas O. Hirsch, Fotos: Barbara Hartmann