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30.04.2014 bis 04.06.2014  

FOOD SOUND UNDERGROUND

Das Sommerprogramm der Reihe "Transforming Cities"

Der Klang der Städte, der Geschmack des Neuen und des Fremden, der Rhythmus der Veränderungen im Untergrund. Die Reihe Transforming Cities vermittelt im Sommer 2014 die sinnlichen Aspekte des städtischen Lebens und der verändernden Aspekte im lebendigen Gebilde Stadt. Das MaximiliansForum, dieser urbane Ort, der als Zwischenraum und als Relikt eines städtebaulichen Konzepts der 1970er Jahre selbst den Wandel der Stadt und des städtischen Lebens repräsentiert, wird zum Forum für Veranstaltungen, die diese Veränderungen thematisieren und erlebbar machen.

"Wie wollen wir in der Stadt leben?" Die Frage nach dem guten Leben schwingt in allen Veranstaltungen mit und wird im gemeinsamen Erleben und in der Kommunikation an diesem speziellen Ort fokussiert - nicht über trockene Theorien. Wider die Verherrlichung der Arbeit ist der Titel eines Musikprojekts am 1. Mai. Die Pasta Sauna provoziert die Frage nach der richtigen Ernährungsweise und bietet während allen Veranstaltungen im Mai Pasta für die Besucher an. Immigration und Esskultur prägen das Erleben der Städte nachhaltiger als neue Gebäude; dazu spricht Rafram Chaddad. Und die Klasse Ingold geht mit frechen Aktionen der Frage des "Coolen" nach. Das Lied der Täuschungen wird angestimmt und musikalisch klingt die Frage How to Start a Revolution? an. Im Hochsommer breitet sich im Untergrund der Maximilianstraße ein großes Netzwerk Münchner Musiker und Künstler aus.

 

Donnerstag, 1. Mai 2014, 12-24 Uhr (Konzert)
Wider die Verherrlichung der Arbeit
Salewski

Am Tag der Arbeit spielt der Münchner Musikschaffende Salewski zusammen mit den Gastmusikern Sachiko Hara (Pianistin), Zoro Babel (Metall), Manuela Rzytki (Parasite Woman), Anton Kaun (Rumpeln), Carl Oesterhelt ein zwölf Stunden langes Konzert Wider die Verherrlichung der Arbeit. Als besonderes Element wird das Geräusch der Straßenbahn, die über dem MaximiliansForum fährt, akustisch abgenommen und musikalisch verarbeitet.
Gestaltung: Naomi Steuer-v.Westphalen

 

Mittwoch, 7. Mai 2014, 19 Uhr (Vortrag, Essen, Installation)
Pasta Sauna
Marije Vogelzang

Die "Eating Designerin" Marije Vogelzang gestaltet nicht Essen, sondern den Prozess des Essens. Im MaximiliansForum realisiert sie zum ersten Mal ein Projekt in München: Pasta Sauna. Innerhalb eines abgeschlossenen Raums kocht die niederländische Designerin frische Pasta und erzeugt durch die Wasserdämpfe eine Atmosphäre wie in einer Sauna. Die Besucher sind am 7. Mai und den weiteren Terminen im Mai in diese "Sauna" eingeladen, um ein Pasta-Gericht zu essen. Die experimentelle Installation spielt mit den Sinnen - der Duft, die Temperatur, die Musik (die Pastamaschine ist gleichzeitig eine Spieluhr) und der Geschmack vereinen alle Zutaten zur Pasta Sauna. Vortrag Designing Shit der niederländischen Designerin in englischer Sprache.

Mit freundlicher Unterstützung des Generalkonsulates des Königreichs der Niederlande, München.

Sponsoren: Leonard Boutique Hotel, Feinkost Farnetani, Die Biohennen, Hofbräuhaus-Kunstmühle.

 

Mittwoch, 14. Mai 2014, 19 Uhr (Vortrag und Installation)
Pkeila
Rafram Chaddad

Der Künstler und Gründer der Slow-Food-Bewegung in Israel, Rafram Chaddad, kommt auf Einladung der PLATFORM nach München. Er ist ein Grenzgänger. In Tunesien als Kind jüdischer Eltern geboren, mit arabischer Identität, doch nach Israel immigriert und mittlerweile in beiden Welten zu Hause und viel unterwegs in der Welt. Politik und Genuss spielen eine große Rolle in seiner Arbeit. Im MaximiliansForum hält er einen Vortrag über den Zusammenhang von Migration und Esskultur und präsentiert eine Installation, deren Titel Pkeila dem gleichnamigen jüdisch-tunesischen Gericht entlehnt ist. Die Installation besteht aus Glas und Spinat und ist ein Teil des Boaz, eines gemeinsam mit dem Künstler Dor Guez entwickelten Projekts über "slow works". In englischer Sprache.

 

Samstag, 17. Mai 2014, 19 - 22 Uhr (Performances)
Cool Walks & Cooltails
Klasse Ingold der Akademie der Bildenden Künste München und Gäste

Was macht das Coole aus? Wodurch werden etwa ein Drink, ein Modeaccessoire oder eine Geste cool? Und weshalb werden sie plötzlich wieder uncool? Gelten in München andere Dinge und Verhaltensweisen als angesagt als in Istanbul, in Tokyo oder in der oberbayerischen Kleinstadt Pfaffenhofen?
Im MaximiliansForum werden die Resultate und offenen Fragen der künstlerischen Feldforschung einer interdisziplinären Gruppe der Akademie der Bildenden Künste München spielerisch auf die Bühne gebracht. Performance-artige Interventionen im Publikum verwischen die Grenze zwischen Zuschauer und Darsteller. An der Bar gibt es Drinks, agiert wird im Lounge Raum, auf dem Catwalk werden Stücke frech inszeniert.

Mit Michaela Andrae, Constantin von Canal, Babylonia Constantinides, Kathi Deml, Daniel Door, Alexis Dworsky, Nora Endrich, Teresa Hörl, Res Ingold, Katharina Knaus, Sebastian Mayrhofer, Raphael Weilguni, Franziska Wirtensohn.

 

Cool Walks & Cooltails ist das zweite Kapitel der dreiteiligen Reihe Call it Cool im Rahmen des von der DFG geförderten Forschungsrojekts From Oriental to the Cool City - Changing Imaginations of Istanbul an der LMU.

 

Mittwoch, 28. Mai 2014, 19 Uhr (Tischgespräche)
food for thought

Wir bringen Experten an einen Tisch, um die verschiedenen Aspekte und Rollen des Essens zu diskutieren. Der Fokus liegt auf den Menschen, die Essen machen (Nico Zeilinger), über Essen schreiben (Patrik Stäbler) und die gesellschaftliche Rolle des Essens studieren (Asli Duru). Welchen Einfluss hat das Internet auf die Esskultur einer Gesellschaft? Wie nimmt ein Restaurant dem Besucher die Entscheidung über eine Mahlzeit ab? Wie kann die Esskultur als Medium für politischen Aktivismus fungieren?

Mit Asli Duru (wissenschaftliche Mitarbeiterin im DEFG-Emmy Noether Projekt: From Oriental to the Cool City - Changing Imaginations of Istanbul), Nico Zeilinger (Geschäftsführer des bayerisch-vietnamesischen Münchener Restaurants Fei Scho), Patrik Stäbler (Journalist und Autor des Newsletters Schmausepost und Speisende soll man nicht aufhalten), Sebastian Dickhaut (Kochbuch-Autor und Mitbegründer der Reihe Basic Cooking) und Moderation von Evelyn Pschak (Journalistin). In englischer Sprache.

 

 

Mittwoch, 4. Juni 2014, 20 Uhr (Konzert)
Lied der Täuschungen
C.Oesterhelt, A.Kaun, E.M.Cioran UA

Carl Osterhelt stimmt das Lied der Täuschungen an, ein für das MaximiliansForum und die Reihe Transforming Cities komponiertes Konzert zwischen Neurasthenie, Romantik, Depression, Aggression und Verzweiflung, verstärkt durch Texte von Emil M. Cioran und Noisemusik von Anton Kaun.

Mit Peter Brombacher (Stimme), Sachiko Hara (Piano), Mathis Mayr (Violoncello), Stefan Schreiber (Bassklarinette), Anton Kaun (Noise) und Carl Oesterhelt (Metallophon, Indisches Harmonium)

 

Donnerstag, 5. Juni 2014, 19 Uhr (Musical)
How to Start a Revolution: The Musical
Anna McCarthy

Ausgehend von ihrem facettenreichen, augenzwinkernden Langzeitprojekt How to Start a Revolution, das sich mit der Romantisierung und den synästhetischen Manipulationstaktiken von Revolution, Rebellion und zeitgenössischer Geschichte befasst, schafft Anna McCarthy eine Musical-Adaption ihres Mikro-Kosmos. Es verschmelzen Fakt und Fiktion, unterschiedliche Ebenen tun sich auf, endlose Übertragungen finden statt, um Szenarien zu schaffen, die den Betrachter und seine Wahrnehmung von Wirklichkeit zunehmend verwirren.
How to Start a Revolution hat sich bislang in Festnahmen, Archiven, Filmen, Fotos und Liedern manifestiert; jetzt ist die Zeit reif für die ultimative, romantische Geste: Das How to Start a Revolution-Musical. Tanz, Gesang, Geschrei und Gelächter angesichts der Frage: Wie spät ist es? Es ist eine Prophezeiung, ein poetisches Pop-Spektakel.

Mit Tom Wu (Schlagzeug, Percussion), Antenne Danger (Fake Flügel), Tagar (Gitarre, Störgeräusche), Manuela Rzytki und Anna McCarthy (Gesang, Tanz), Joe Masi (Sound), Anton Kaun (Licht), und in virtueller Realität: Die Bored Rebels

 

11. bis 26. Juli 2014 (Musikperformance in vier Aktien)
Mycel

Das MaximiliansForum wird im Juli zu einem experimentellen Musikproduktionsort für ein großes Netzwerk Münchner Musiker, Medienkünstler und Musikschaffender. Das Mycel ist eine Multikanal-Musikperformance in vier Akten. Für vier Abende im Juli werden gezielt Stücke und Spielanweisungen geschrieben und live von Performern im MaximiliansForum aufgeführt. Die Live-Performances werden aufgezeichnet und bis zum nächsten Akt bzw. Abend in der Installation zwei Mal täglich ausgestrahlt. Konzept: Benedikt Brachtel. Ausstattung: Claudia Irro, Stefan Britze.

Mitwirkende: Gabriel Hahn, Lukas Rabe, Maximilian Lange, Daniel Hermann-Collini, Konrad Wehrmeister, Lukas Biehler, Tilman Porschütz, David Goldberg u.a.

Performances:
11. Juli 19 Uhr (Eröffnung / 1. Akt), 5 Euro
16. Juli 19 Uhr (2. Akt), 5 Euro
19. Juli  19 Uhr (3. Akt), 5 Euro
26. Juli 21 Uhr (4. Akt / Abschlussfest, 8 EUro

Kombiticket für alle vier Abende 18 Euro

 

 

FOOD SOUND UNDERGROUND - eine Veranstaltung der PLATFORM für das MaximiliansForum.

 

Fotos: Alescha Birkenholz / Yves Krier