ImpressumDatenschutz

10.07.2014 bis 25.07.2014  

FOOD SOUND UNDERGROUND: Mycel

Musikperformance-Festival

Nach unterschiedlichen Aktionen und Installationen, die sich mit Essen und Klang in der Stadt beschäftigten, laden wir nun zum Abschluss von FOOD SOUND UNDERGROUND ein:

 

MYCEL ist eine Musikperformance in vier Akten, die vom 11. bis 26. Juli 2014 im MaximiliansForum München stattfindet. Musiker und Komponisten des Künstlerkollektivs SVS - Selbstversorgersound werden dabei live performen, experimentieren und probieren – die so entstandenen Aufnahmen (Video/Audio) werden anschließend bis zum jeweils nächsten Part täglich um 20h gezeigt.
An vier seriell angelegten Abenden möchte MYCEL den Kompositionsprozess im Rahmen einer Rauminstallation für das Publikum direkt erfahrbar machen.

 

Part I - Freitag, 11. Juli 2014, 20 Uhr - Opening
Part II - Mittwoch, 16. Juli 2014, 20 Uhr
Part III - Dienstag, 22. Juli 2014, 20 Uhr
Part IV - Samstag, 26. Juli 2014, 21 Uhr - Closing Party

Ausstrahlung der vorangegangenen Aufnahmen an den Tagen zwischen den Performances: täglich, 20h

Eintritt:
Part I-III: 5€, Part IV: 8€, Kombiticket: 18€,
Ausstrahlung der Aufnahmen zwischen den Performances, Bar: freier Eintritt

 

Der Begriff Myzel ist der Botanik entlehnt. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden als Pilze nur die sichtbaren Fruchtkörper bezeichnet. Der eigentliche Pilz ist jedoch das feine, meist unsichtbare Geflecht im Boden.

Dieses Geflecht finden wir nahezu überall, zB: Mycel der Informationen, der Menschen, der Musik.
MYCEL bewegt sich auf all diesen Ebenen, schafft vertikale und horizontale Verbindungen, kausale Abhängigkeiten, die die künstlerische Auseinandersetzung mit den Themenkomplexen evozieren. An vier Abenden werden stichpunktartig musikevolutionäre Zustände der Historie aufgegriffen und kreativ verarbeitet.
Die Musiker kommunizieren über ein Netzwerk, welches durch das jeweils veränderte akustische Setting (24-Kanal Boxeninstallation konfiguriert von Paul Oomen & Paul Hollemann, 4DSOUND, Amsterdam mit Speakern von UE Boom), durch verschiedene Spielweisen der Kompositionen sowie in der mobilen Raum- und Bühnengestaltung dargestellt wird.
Fragen an das Projekt: Welcher Prozess steht hinter einem fertigen Produkt, wie etwa einem musikalischen Werk, welche Rolle spielt die Musik heute in der Gesellschaft und welchen Standpunkt nimmt dabei der Rezipient ein? Basierend auf dem szenisch/dramaturgischen Konzept MYCEL schreiben Gabriel Hahn, Lukas Rabe und Benedikt Brachtel (GTA Hoffmann) die Musik der ersten drei Abende für jeweils acht Performer. Am vierten Abend (26.7.) werden die vorangegangenen Aufnahmen von Maxim Wolzyn und Musikern des SVS Kollektivs re-organisiert, collagiert, geremixed.

 

MYCEL PART I
Freitag, 11. Juli 2014, 20 Uhr
Komponist: Gabriel Hahn
Performer: Gabriel Hahn (GTA Hoffmann, Berlin), Richard Eigner (Ritornell, Vienna), Lukas Rabe (GTA Hoff- mann, Irisfog, Tremula, Leipzig), Ankathie Koi (Fijuka, Vienna), Benedikt Brachtel (Pollyester, Tambien, Columbus), Tilman Porschütz (Cindy Sizer, Berlin), Naima Ferré, Paul Oomen (4DSOUND, Amsterdam)

Der Mensch als sich scheinbar frei bewegendes Teilchen wird sich durch das Wahrnehmen einer übergeordneten Struktur seiner selbst bewusst. Per Münzbefragung als kompositorisches Mittel gelangen die Performer in einen Prozess, der vom nicht intentionalen Klanggeschehen hin zum Ritual führt. Auch das Publikum durchläuft diesen Prozess.

Musikalische Ausrichtung: Experimentell-Akustische Instrumente: Richard Eigner; I-Ging-Synthesizer, Programmierung: Henrik Oppermann; Frequenzberechnungen nach “Die kosmischen Oktave” (Cousto).

 

MYCEL PART II
Mittwoch 16. Juli 2014, 20 Uhr
Komponist: Lukas Rabe
Performer: Lukas Rabe, Gabriel Hahn, Elsa Gregoire (Tremula, Brussels Vocal Project, Leipzig), Emmanuel Hahn (Arnon Quartett, Berlin), August Rabe, Benedikt Brachtel, Daniel Hermann-Collini (Larkin & the Sky, Camilla Fuchs, SVS Records, London), Paul Oomen (4DSOUND, Amsterdam)

Das Werk steht im Spannungsfeld zwischen Zweck, wirtschaftlicher Abhängigkeit und künstlerischer Freiheit. In diesem Spannungsfeld bezieht das Publikum eine statische Position, während sich die Musik, als direkte Emotionsträgerin, vom Musiker löst, im Raum bewegt, teilt und vereint.

Musikalische Ausrichtung: Kammermusik, Vocalpolyphonie, Perkussion, Synthesizer, Audioprocessing.

 

MYCEL PART III
Dienstag, 22. Juli 2014, 20:00 Uhr
Komponist: Benedikt Brachtel
Performer: Benedikt Brachtel, Maxim Wolzyn (Günther Lause, Karlsruhe), Konrad Wehrmeister (Günther Lause, Berlin), Matthias Groß (Zaquoir, SVS, Leipzig), David Goldberg (Aura.Karma, City Club, SVS), Tilman Porschütz, Toni Quiroga (Tropicana, London)

Aufgabe der Aufgabe: Kein Vermittlungsdrang von Inhalt und Werten, Macht durch Abgrenzung, Ausschluss der Zuhörer, Elitenbildung, Elfenbeinturm. Abstraktion, das daraus resultierende Unverständnis, und der Vorwurf der Selbstgenügsamkeit stellen Zuhörer und Performer auf den Prüfstand.

Musikalische Ausrichtung: Midi-Suite für 8 monophone Synthesizer.

 

MYCEL PART IV
Samstag, 26. Juli 2014, 21 Uhr, Open End mit Party
Komponist: Maxim Wolzyn & SVS Kollektiv
Performer: Maxim Wolzyn, Konrad Wehrmeister, Lukas Biehler, Daniel Hermann-Collini, Benedikt Brachtel, Tilman Porschütz, Matthias Groß, David Goldberg, Toni Quiroga Waldthaler

Wird unser lineares Zeitempfinden gerade von einer ahistorischen, ahierarchischen Gleich- zeitigkeit abgelöst? Die permanente Verfügbarkeit aller kultureller Errungenschaften ist nur ein Hinweis darauf. Das simultane Wiederverwerten der vorangegangenen Parts, als kompositorisches Mittel (Sampling), steht für den Wandel eines längst überholten Avantgarde-Begriffs - Part IV ist Bestandsaufnahme der Gegenwart, eine Perspektivenvermittlung durch Tanz und Extase.

Musikalische Ausrichtung: Multikanal-Techno von Null auf Hundert in drei Stunden. Im Anschluss: Livesets der SVS Artists Maxim Wolzyn, Konrad Wehrmeister, Lukas Biehler u.a.

 

Konzept: Benedikt BrachtelClaudia Irro, Stefan Britze 
Bühne: Stefan Britze
Kostüm: Claudia Irro
Choreografie: Florian Fischer
Audiokonfiguration: Paul Oomen, Poul Holleman (4DSOUND, Amsterdam)

www.svs-records.de - www.selbstversorgersound.de