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10.03.2016 bis 09.04.2016  

IF YOU TELL A STORY YOU ADD MORE

QUEM CONTA UM CONTO ACRESCENTA UM PONTO


Stefan Burger (Zürich) . Beate Engl (München) . Susana Gaudêncio (Lissabon) . Maria Iorio & Raphaël Cuomo (Berlin) . Dorota Lukianska (Berlin / Göteborg) . Henrik Lund Jørgensen (Malmö) . Eduardo Matos (Brüssel) . Stefan Meier (Zürich) . Kristina Müntzing (Malmö) . Gregor Passens (München) . Cora Piantoni (München / Zürich) . Lina Selander & Oscar Mangione (Stockholm) . Catarina Simão (Lissabon) . André Sousa (Porto) . Johan Thurfjell (Stockholm) . Stefan Wischnewski (München) 


Eröffnung:

Freitag, 11. März 2016
18 Uhr Begrüßung in der Galerie der Künstler
20 Uhr Begrüßung im MaximiliansForum

Künstlergespräch und Brunch:

Samstag, 12. März 2016, 12 Uhr
in der Galerie der Künstler 


Dauer der Ausstellung:
12. März - 10. April 2016 


Orte:
Galerie der Künstler
Maximiliansstraße 42, 80538 München
Öffnungszeiten: Mittwoch, Freitag bis Sonntag 11-18 Uhr, Donnerstag: 11-20 Uhr 


MaximiliansForum. Passage für Kunst und Design

Passage Maximiliansstraße / Altstadtring
Durchgehend einsehbar 


Das Projekt

If you tell a story you add more
ist eine Ausstellung zum Thema Seefahrt und Storytelling. Der Ausstellungstitel leitet sich her von einem portugiesischen Sprichwort, das die Perspektiven des Erzählers und des Erzählens selbst relativ setzt und deutlich macht, dass eine Erzählung immer ein Prozess der Imagination, Konstruktion und Neuerfindung historischer Ereignisse ist.

Zu solchen historischen Ereignissen gehören auch die Entdeckungsfahrten, die ihren Ausgang von der portugiesischen Küste nahmen. Die heimkehrenden Seeleute berichteten über bisher unbekannte Regionen und Länder. Die Seefahrt, mit ihrem imaginativen und spekulativen Potential, hat wie kein anderes Feld Mythen und Legenden hervorgebracht. Dieser Vielschichtigkeit nähern sich die Künstler_innen aus verschiedenen Richtungen und brechen die romantisch verklärte Sicht auf die Seefahrt durch historische und soziologische Analysen in künstlerischer Form. In unterschiedlichen Medien wie der Installation, dem Video oder in Performances experimentieren sie mit dem Motiv „der See“ als Metapher für die Widrigkeit des Lebens schlechthin.

Das Projekt If you tell a story you add more ist 2007 aus einer gemeinsamen Ausstellung von Cora Piantoni (München/Zürich) und Dorota Lukianska (Berlin/Göteborg) entstanden. Seitdem geht die Ausstellungsidee auf Reisen – über Basel, Luzern, Malmö, Den Haag und zuletzt nach Porto. In jeder Stadt, in der sie anlegt, kommen neue Besatzungsmitglieder hinzu. Für die Ausstellung in Porto, die 2016 nach München und Zürich weiter wandert, wird die Besatzung um Künstler_innen aus Deutschland, Portugal, Schweden und der Schweiz erweitert. Dabei soll der Dialog, der mit dem Workshop in Porto im Mai 2014 begann, fortgesetzt werden und die Werke der Ausstellungen in immer neuen Konstellationen in Beziehung treten.

Das MaximiliansForum zeigt vier Beiträge der Ausstellung If you tell a story you add more:


Im westlichen Schaufenster des MaximiliansForums zeigt Catarina Simāo ihre Videoarbeit „MUEDA 1979 / The Mozambique Archive Series“ (Video HD color, 11 min). Ein Video, das unterscheidliches Material kompiliert und in der Komposition des Videos umformt. Simãos Film ist aufgrund eines Spielfilms aus dem Archiv aus Mosambik entstanden und ist Teil ihrer Langzeit-Forschung zu der in Mosambik herrschenden Erzählung des portugiesischen Kolonialismus. Der Film zeigt einen Gegen-Blick auf das Mueda-Massaker, das 1960 im Norden von Mosambik stattfand, und vermittelt ein Bild der Kolonialverwaltung und des kritischen Zustands des portugiesischen Reiches in den 1960er Jahren.

Im östlichen Schaufenster zeigt Henrik Lund Jørgensen seinen Film „The Recruitment (And Escape) Of A Plastic Soldier “ (HD Video, 2015, 10 min), in dem er sich auf eigene Weise mit dem Thema der Migration auseinandersetzt. In dieser filmischen Arbeit bezieht sich Henrik Lund Jørgensen ebenso auf die Landschaftsmalerei der Romantik und den Stummfilm, wie seine Bilder inspiriert sind von dem Dänischen Filmemacher Carl Th. Dreyer. Er spürt Situationen nach, in denen die Sehnsucht nach einem besseren Leben zu wirken beginnt, und lässt in seiner filmischen Sprache eine Erzählung entstehen für die wechselseitigen Motive des Anwerbens und der Flucht.

Für ihr Projekt „wig wag zig zag“ (2015, kinetisches Objekt und Video) haben Beate Engl und Stefan Wischnewski ein Fahnenobjekt gestaltet, das sich auf das Flaggen-Alphabet und den Semaphor, das Prinzip des Winksignals, künstlerisch bezieht. Während ihrer Ausstellungsstation in Portugal haben Beate Engl und Stefan Wischnewski die mobile Skulptur mit bewegliche Fahnen in einer Performance, die ihr gleichnamiges Video dokumentiert, durch den öffentlichen Raum von Porto gefahren. In der Ausstellung im MaximiliansForum wird die während der Performance montierte Autokamera durch eine Taschenlampe ersetzt und die Flaggen werden mit einem kleinen Motor angetrieben, so dass ein beeindruckender Schattenwurf an der Galeriewand erzeugt wird. Das Flaggen-Alphabet war im 19. Jahrhundert im Bereich der Seefahrt weit verbreitet und wird heute noch für die Notfall-Kommunikation verwendet.

www.bbk-muc-obb.de

Ausstellungsansichten MaximiliansForum: Alescha Birkenholz

Ausstellungsansichten BBK: Cora Piantoni