ImpressumDatenschutz

07.12.2016 bis 04.02.2017  

z e i g e d e i n e W u n d e 2 0 1 6 / T e i l 4 – Nachhall

Maarten Van Roy “The Cure“, Infra_Beuys, "Reden über Deutschland" (Joseph Beuys 1985) gelesen von Anna Drexler 2016


07.12.16, 19 Uhr

Vernissage. Kunstgespräch mit Maarten Van Roy

09.12.16, 16-21 Uhr
Infra_Beuys –  "Das System ist kriminell, der Staat zum Feind des Menschen geworden!" Ein begehbarer Bürokratieparcours in Form einer performativen Installation von Paul Huf und Lars Mentrup. Ort dieser Veranstaltung: Bellevue di Monaco, Müllerstr. 6 (Ecke Corneliusstraße).
Mehr Information: infrabeuys.de

2016 jährt sich die Ausstellung der Arbeit „zeige deine Wunde“ von Joseph Beuys, die 1976 in der Unterführung der Maximiliansstraße / Altstadtring erstmals in München gezeigt wurde, zum 40. Mal. Aus diesem Anlass veranstaltet das MaximiliansForum die vierteilige der Reihe „zeige deine Wunde 2016“, in der eine jüngere Generation von Künstlerinnen und Künstlern eingeladen ist, den Ort und diese für München wichtige Arbeit zu reflektieren.

Teil 4 der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe „zeige deine Wunde 2016“, die den Untertitel „Nachhall“ trägt, schließt den Kreis. Mit dem Beitrag von Maarten van Roy konzentriert sich die Situation im MaximiliansForum noch einmal auf die ursprüngliche Arbeit von Joseph Beuys. Zum anderen bietet eine Projektion mit Eindrücken zu den unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen der Reihe eine assoziative Rückschau, die zugleich Spuren darüber hinaus auslegt.

Der Belgische, in Köln lebende Künstler Maarten Van Roy arbeitet vornehmlich als Bildhauer und bewegt sich dabei zwischen Skulptur, Assemblage als Collage mit plastischen Objekten und Readymade. Was wie zufällig den Betrachterinnen und Betrachtern als Stolperstein in den Weg gelegt erscheint, entsteht aus exakten Beobachtungen des Alltags, seiner Situationen, Objekte und Materialien. Van Roy und sein skulpturales Verständnis kann man als eine Form des Auslesens beschreiben, ein Prozess, durch den er mittels Reduktion und Addition das Material, den gefundenen Gegenstand, das Motiv, die Stimmung und die damit und in ihr vollzogene Handlung für eine neue Wahrnehmung freisetzt.

Bei der externen Veranstaltung am 09.12. der Reihe Infra_Beuys mit dem Titel „Das System ist kriminell, der Staat zum Feind des Menschen geworden!" begeben sich die Gäste der Veranstaltung – Geflüchteten gleich – auf einen begehbaren Parcours und treffen auf unerwartete Schwierigkeiten … Eine Situation zum Thema Bürokratie, Sprachbarrieren und struktureller Diskriminierung, als ein künstlerisches Vermittlungsprojekt von Paul Huf und Lars Mentrup. Als Veranstaltungsort wurde das Bellevue di Monaco in der Müllerstr. 6 als Kooperationspartner gewonnen. Das Bellevue die Monaco ist entstanden aus einem Bündnis von Flüchtlingsunterstützer_innen und Jurist_innen, Profis aus der Sozialarbeit, Kulturschaffenden und Politaktivist_innen. Im Infocafé und den Kulturräumen in der Müllerstraße werden u.a. Beratung und Information für Flüchtlinge wie auch konkrete Lebenshilfe angeboten. Der Cafébetrieb wird gemeinsam mit Flüchtlingen organisiert. In den Wohnhäusern von Bellevue di Monaco werden junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund in ein selbständiges Leben begleitet. Die dort eingesetzte begehbare künstlerische Installation von Huf und Mentrup bietet den Gästen Eindrücke aus der ungewohnten Perspektive des direkten Erlebens von Fremdheit.

1985, wenige Monate vor seinem Tod, hielt Joseph Beuys an den Kammerspielen München seine Rede über das eigene Land. Die Reihe „Reden über Deutschland“ war ein gemeinsames Projekt des Bertelsmann Verlags, des Kulturreferats und der Kammerspiele, zu der zwischen 1983 und 1990 namhafte Persönlichkeiten aus Kultur und Politik eingeladen wurden. Im Rahmen des vierten Teils der Ausstellungsreihe zeigt eine Projektion die Schauspielerin Anna Drexler, die diese historische Rede von Beuys vorträgt.

Alle Veranstaltungen sind frei.

Mehr Information zur Ausstellung und den einzelnen Veranstaltungen jeweils aktuell auf
www.maximiliansforum.de und infrabeuys.de

Fotos: Barbara Hartmann