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16.02.2022 20:00 bis 22:00  

eröffnung

HOTEL MAYA, aggregat M31

 

mit einer einführung der kulturphilosophin claudia pescatore (als videoloop im ausstellungsraum)

 

im Rahmen der Ausstellung

HOTEL MAYA, aggregate M31

rasso rottenfusser | oliver westerbarkey

17.02. -24.04.2022

 

ein pavillon, als möglichkeit arbeitsansätze zu verbinden

 

in seiner künstlerischen arbeit greift rasso rottenfusser mit den mitteln der architektur in vorgegebene räume ein und erweitert diese durch die verbindung von konstruktion, proportion, material und exakter planung. für die ausstellung im maximiliansforum entwirft er einen begehbaren pavillon für zwei großformatige dioramen des künstlers oliver westerbarkey. dessen dioramen begegnen ihren betrachter*innen als aus naturobjekten und -materialien zusammengesetzte, großformatige natur-collagen. ihre raumfluchten und „modellwelten“ öffnen sich zu einer aussicht in unbestimmtes terrain.

 

klassische pavillons sind häufig in künstlich geschaffene natur gesetzt. sie erscheinen als ausstattung von parks und erholungsgebieten und werden als aussichtspunkte, als kleine cafes und restaurants oder kioske genutzt. das projekt „HOTEL MAYA, aggregat M31“ kehrt dies um, und lässt den pavillon zu einem nach innen gewandten, reflexiven aussichtspunkt werden, der jeden kommerziellen zweck negiert. in begleitenden veranstaltungen werden zudem die begriffe von raum, wärme, architektur und pavillon be- und verarbeitet.

 

der „pavillon als realverstärker“, den rasso rottenfusser als einen dreidimensionalen rahmen für vielfältige interventionen entwirft, ist als mobile und flexible architektur gedacht, die nachfolgend in verschiedenen verortungen weiter eingesetzt werden kann – etwa als kunst im öffentlichen raum, als begehbare skulptur in einer ausstellung oder in verbindung mit weiteren künstlerischen kooperationen. so kann der pavillon als sich kontinuierlich erweiternder, offener ort der begegnung und des austauschs wirken. im untergrund der strassenkreuzung in der maximilianstraße reflektiert er zudem den uns umgebenden urbanen lebens- und arbeitsraum.

oliver westerbarkeys darin eingebundene dioramen aus naturmaterialien – wie gras, steine und äste – leiten als nachgebaute künstliche tableaus vorgefundener realer situationen über zu fragen unserer konstruktionen von natur und kultur.

 

die ungewöhnliche architektonische verschränkung einer funktionalen unterführung und eines ausstellungsraumes, die der architekt peter haimerl bei seiner umgestaltung anfang der 2000er jahre neu angelegt hat, nimmt rasso rottenfusser auf und setzt diese fort. im tiefgeschoss des maximiliansforums versteht er seine raumskulptur als einen ruhe-, wahrnehmungs- und reflektionsapparat.

 

weitere veranstaltungen

 

25. – 27.03.2022

hüllen und hussen – thermische umnutzung

ein workshop von ö projekt, von färberei und kösk, für junge künstler*innen und interessierte. nähen und gestalten von wärmenden hüllen und hussen aus umgenutzten alltagsmaterialien. in zusammenarbeit mit rasso rottenfusser und oliver westerbarkey. information zur teilnahme auf diefaerberei.de. die entstandenen objekte werden teil der inszenierung des banketts am 23.04.22.

 

07.04.2022, 19 uhr

temporär, thermisch, kontextuell – worin wir leben

vortrag und gespräch zur konstruktion von mehrschichtigen räumen. mit dem phänomenologen und architekturwissenschaftler franz xaver baier, dem architekten peter haimerl und den künstlern. (gegebenenfalls digital)

 

23.04.2022, 19 uhr

pasearse # 6 – „dein pavillon, das unbekannte wesen“

ein (aus)schweifender abend mit bankett, projektionen und einer ‚kleinen geschichte des pavillons`, gestaltet von claudia pescatore. information zur teilnahme ab april auf maximiliansforum.de

 

claudia pescatore
claudia fischer alias pescatore studierte philosophie an der lmu münchen und der khm köln. sie bewegt sich an der schnittstelle von kunst, philosophie, lecture, performance und happening, derzeit vornehmlich mit dem spaziergangsformat „pasearse“.

 

rasso rottenfusser
das menschliche bauen und gestalten – also architekturen – und deren verschränkung mit kunst stehen im zentrum von rasso rottenfussers arbeiten. für ihre betrachter*innen und nutzer*innen ergeben sich daraus skulpturelle situationen, die deren wahrnehmungsmechanismen hinterfragen.

oliver westerbarkey
oliver westerbarkey studierte an der akademie der bildenden künste, münchen. in der wechselwirkung von illusion und wirklichkeit treiben westerbarkeys arbeiten ihr spiel mit dem betrachter und verhandeln stets die künstlerische fragestellung: „hört die darstellung dort auf, wo materie anfängt?“ oliver westerbarkeys akribisch arrangierte natur-stücke reflektieren unsere wahrnehmung von natur, thematisieren den umgang mit ihr und schaffen schließlich eine neuschöpfung von natur.

Fotos: Barbara Hartmann Tumba