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28.05.2011 bis 28.06.2008  

interesting productions #3 - "the fortress of night and day“

Tobias Yves Zintel (Video), Bo Christian Larsson (Performance), Murena (Musik) vom 30. Mai - 29. Juni 2008 Freitag 06. Juni "the fortress at night # 1" ab 20 Uhr special dates (jeweils 20 – 0:00 Uhr) Sa 31. Mai: Lange Nacht der Musik (open end) Fr 06. Juni: the fortress at night # 1 Do 12. Juni: the fortress at night # 2 Sa 21. Juni: the fortress at night # 3 Sa 28. Juni: Closing

interesting productions präsentieren: "the fortress at night # 1" Freitag 06. Juni von 20 - 0.00 Uhr Für das audio-visuelle Programm aus Musik, Performance und Video sorgen im Set des Environments "the fortress of night and day" Bo Christian Larsson (Performance), Tobias Yves Zintel (Video), der Musiker Murena. In einer festungsartigen Holzkonstruktion werden die Künstler für die Dauer der Ausstellung arbeiten, forschen, entwickeln. In dieser Zeit und in diesem Environment werden Performances, Musik, Videos produziert und inszeniert. „Unter Mithilfe von Musikern, Darstellern, DJs und Filmern wird der Raum jeden Tag neu erfunden.“ (I.P.) Idee: Diana Ebster Technik/Aufbau: Dirk Neumann, Achim Gronauer opening: 29. Mai, 20 Uhr geöffnet: 30. Mai - 29. Juni, täglich 14 - 20 Uhr special dates (jeweils 20 – 0:00 Uhr) Sa 31. Mai Lange Nacht der Musik (open end) Fr 06. Juni the fortress at night # 1 Do 12. Juni the fortress at night # 2 Sa 21. Juni the fortress at night # 3 Sa 28. Juni Closing Bo Christian Larsson, Murena und Tobias Yves Zintel arbeiten an einer performativen Rauminstallation, die auf dem wechselseitigen Zusammenspiel von Musik, Video, Performance basiert. Die drei Künstler kommen aus unterschiedlichen Disziplinen: B.C. Larsson arbeitet ausgehend von der Performance mit Rauminstallation, Musik, Versatzstücken aus Film, Theater und Phänomenen der Populärkultur. Murena hingegen hat die Variationen von Musik als Form der bildenden Kunst in das Zentrum seiner Produktion gestellt, wobei er unterschiedlichste Elemente der Musikgeschichte miteinander verbindet, gegeneinander ausspielt, um am Ende nichtsdestotrotz, die reine Dekonstruktion umgehend, bei einem „Stück“ zu landen. T.Y. Zintel/tv tourette arbeitet mit Video und Fotografie, im Zentrum steht die Produktion von Filmen, in denen sich Texte, Musik, Schauspieler, Computerstimmen, Natur und künstliche Räume zu einer Mischung aus Musikvideo, Filmessay und Werbeclip vermischen. Die Künstler verstehen sich als Produktionsfirma, ihre Werke als eine Serie von „Filmen“, die in der Reihe ‚interesting productions’ „released“ werden. Zum dritten Mal schlägt das Gesamtkunstwerk ‚interesting productions’ damit in einer mehrwöchigen Inszenierung auf, die sich im Lauf der Präsentation erweitert und zugleich Kunstwerk und Performance, Bühne und all over ist, das den Betrachter in seine Szenenbilder involviert. Nach Aufführungen in der Lothringer13 und dem Städtischen Museum im Lenbachhaus findet eine Fortsetzung der Gemeinschaftsproduktion im ZKMax statt. Im Verlauf der teuren Einkaufsstraße führt der Weg ins ZKMax in den Untergrund und trifft dort auf Kontrastbilder zur glamourösen Oberfläche. ‚interesting productions’ ist eine Fortsetzungsstory aus obskuren Szenerien, düsteren Beschwörungen, exaltierten Auftritten, Fetischobjekten und Kunstobjekten. Das Motiv der Musik spielt eine zentrale Rolle, in sie werden die Bilder eingebettet und jede Handlung wird zur Kunst. Es gibt kein Außerhalb und damit bewegt sich jeder Auftritt, jede Handlung im Feld von Bedeutung. Die Ausstellung selbst bleibt eine „interessante Produktion“, da sie sich durch die Veranstaltungsabende weiter entwickelt, Tobias Yves Zintels Videoeinspielungen sich im Lauf der Ausstellungsdauer ebenso verändern werden wie die Aufnahmen von Murena.. ‚Interesting productions’ blendet die Idee der Produktion, Präsentation, Rezeption und Weiterentwicklung ineinander. Der Komplexität aktueller Kultur kommt das Kunstprojekt näher, indem es nicht aufklären will. Was ‚interesting productions’ zur Methode macht, sind die Kunstgriffe, diese Komplexität zu inszenieren und das Untergründige daran als ästhetischen Rausch auf die Bühne zu bringen Anders als in den vorherigen Präsentationen von ‚interesting productions’, in denen die einzelnen Beiträge der drei Künstler zu einer großformatigen Gesamtinszenierung gemixt wurden, setzen Zintel, Larsson und Murena diesmal auf eine räumliche Trennung der einzelnen Zuspielungen. Der Entwurf einer spezifischen Raumerfahrung ist Ausgangspunkt in jeweils unterschiedlicher Form. Die Trennung der drei künstlerischen Positionen wird diesmal konstitutiver Teil des Projekts, für das Zintel, Larsson und Murena sich die Unterführung an einer der prunkvollsten und dekadentesten Münchner Straßen gewählt haben. Der darunter gestaltete Raum wird zur Hülle, innerhalb der Figuren und Objekte ihre unterschiedlichen Stories entwickeln. Den Durchgang der Passage und zugleich Eingang zu ‚interesting productions #3’ besetzt die Installation des schwedischen und seit 2004 in München arbeitenden Künstlers Bo Christian Larsson. Seine großformatige Skulptur THE STRONGHOLD ist zugleich architektonisches Element, dass den Zugang des Betrachters zu den beiden weiteren Positionen wie die Beziehung der Arbeiten untereinander lenkt. Die architektonischen Gebilde, die Larsson in seinen Zeichnungen wie in seinen bildhauerischen Arbeiten entwirft, kombinieren Raum und Bühne und setzen anorganische und organische Formen ineinander. Die kristalline Gestalt des Diamanten wie das verwirrende unübersichtliche Motiv des Waldes fließen mit ein. Larssons Installation spaltet und verbindet den Raum, versperrt, steuert und entdeckt die beiden Showräume von Zintel und Murena. Tobias Yves Zintel entwickelt seinen Film ACID AND ICE CREAM unter Verwendung fiktional futuristischen Textmaterials, das sich durch die Akteure materialisiert. Die vorproduzierten Videos für ‚interesting productions #’3’ werden auf vier Leinwänden zu einem Panoramabild erweitert und im Lauf der Ausstellung erweitert. In seinen Videos begegnen sich Mensch und Modell, künstliche und natürliche Räume durchdringen sich. Die Konfrontation konträrer Prinzipien treibt den Plot von Zintels Filmen an - Eiscreme und Universaltheorien. Eis, in scheinbar verharmloster Form als Berge von Eiscreme oder Eis am Stil, wird zum Symbol für Aggregatzustände, die die Temperatur- und Druckabhängigkeit von Stoffen ins Bild setzt. Textzitate unterschiedlichster Herkunft fließen in seine Videos ein, werden verfremdet, Schauspieler treten in irritierenden Situationen auf. Zintels Filme werden wie Rituale inszeniert, die, so beschreibt es ein Text, verankern das Rituelle „nicht in religiösen, sondern in zeitgenössischen Kulten wie Sport, Musik, Mode heutiger Jugendkultur, die sich von inneren und äußeren Zwängen zu befreien sucht“ - und genau darin neue unausweichliche Zwänge kreiert. Im Rahmen eines ‚Storytellings’ setzt sich Murena in der klassischen Form des Popstars ins Licht. Murenas Auftritte sind Performances, in denen Kunst und Musik in eins fallen und in die er ebenfalls mitunter religiöse Kultformen wie die der Prozession einbaut. Im ZKMax installiert Murena einen Klangkörper mit dem Titel FEROMENTAL ARENA, Bühne und Lautsprecher zugleich, der die Erfahrung von Sound verräumlicht, jenseits seiner akustischen Unmittelbarkeit. Diese vergrößerte Musikbox ist für den Betrachter Bühne und Raum zugleich, in der Form eines transportablen Konzertraums. Im Inneren dieser Soundkapsel verdichtet sich die Wirkung auf Körper und Psyche. Die Aufnahmen, die Murena für das Projekt entwickelt hat werden im Verlauf der Ausstellung und im Rahmen der Veranstaltungen weiterentwickelt und modifiziert. Das Beleuchtungskonzept wurde von Christine Tanqueray entworfen In das Environment von ‚interesting productions #3’ und zu den ‚spezial dates’ sind weitere Künstlerinnen und Künstler eingeladen: Alcuin Ai Julian Becker, Maximilian Bildhauer, Erol Dizdar, djs: die risko boys, Benjamin Mährlien, Joe Masi, Stefan Räuchle, Federico Sánchez, Tagar, Christine Tanqueray Darsteller in den Filmen: Alcuin Ai, Jonathan Penca, Maximilian Bildhauer, Andreas Mayer, Martk Solf, Eike Ahrens, Sean Mcdonagh, Johannes Suhm, Benjamin Mährlein